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Zukunft : Inhalt

1.0 Ein Blick in die Zukunft des Internet
1.1 Mögliche Auswirkungen des Internets in der Zukunft

1. Ein Blick in die Zukunft des Internet

Mit der Zukunft werden sicherlich noch viele Bereiche mit dem Internet zusammenwachsen, wie z.B. die Steuerung der Haustechnik auch von fernen Standorten aus. Ein Bereich der jetzt schon stark ausgebaut ist, ist das Internet als Unterhaltungsmedium. Als echtes Unterhaltungsmedium eignet sich das Internet bis jetzt aber noch nicht, da das Herunterladen eines kompletten Filmes von einem legalen Internet-Service zu viel Zeit kostet und die Qualität sich noch nicht mit einer DVD vergleichen lässt. Zusätzlich kann das Internet aufgrund seiner Architektur nicht eine große Zahl von Benutzern bedienen, welche nach großen Dateien verlangen.

Movie Beam

Movie Beam ist ein Filmservice, der mit modernster Technik dafür sorgt, dass Nutzer Zugriff auf ungefähr hundert Filme on Demand haben und jede Woche kommen zehn neue Filme hinzu.

Dieses funktioniert folgendermaßen:

Movie Beam fing bei der grundlegenden Erkenntnis an, dass wenn man ein und dieselbe Film-Datei an Millionen von Zuschauern schickt, versagt das Internet. Also bietet es sich die Ausstrahlung desselben Filmes an Zuschauermassen an, man verschickt somit nicht Millionen von Dateien, sondern nur eine einzige. Es wurde ein spezielles Datennetzwerk zu diesem Zwecke aufgebaut, welches die Film-Bits in ungenutztem TV-Sendespektrum unterbringt. Den größten Anteil der Arbeit übernimmt dabei der Fernsehsender und so reichen minimale Investitionen in die Infrastruktur. Über das Netzwerk "beamt" Movie Beam zehn Filme pro Woche an die Movie Beam-Receiver und diese speichern diese Filme auf einer ausreichend dimensionierten Festplatte.
Mit diesem System werden beliebige Filme im Voraus gespeichert und sind auf Abruf verfügbar. Download-Probleme sind somit beseitigt sowie die Beschränkung der Qualität durch die Internet-Bandbreite. Alle Filme sind genauso qualitativ hochwertig wie eine DVD und dieses System funktioniert auch mit HD-Filmen.

Technik der Zukunft: Multicast

Wenn Movie Beam für seine Leistung das Internet verwenden würde, müsste es an jeden Nutzer zehn GByte an Daten versenden, dieses entspricht der Datenmenge von zehn komprimierten DVDs. Sollten eine Million Movie Beam-Benutzer vorhanden sein, wären das zehn Petabyte (!) an Daten jede Woche und je mehr Nutzer dazu kommen würden, umso mehr würden die Anforderungen an das Netzwerk entsprechend steigen.

Die heutige Internet-Technologie ist nicht in der Lage, dieses zu leisten. Um das Internet stärker zu einer Sende-Plattform zu machen und somit zu einem effizienteren Unterhaltungsmedium, gibt es allerdings eine Lösung - Multicast.

Multicast beinhaltet eine Technologie, mit der Daten auf eine effiziente Weise über das Internet ausgestrahlt werden könnte. Es müsste nur eine einzige Kopie des Films, welche für jeden Benutzer repliziert wird, über das Internet übertragen werden. Wäre das Internet "Mulitcast-fähig" bräuchte Movie Beam, unabhängig von der Anzahl der Nutzer, nur zehn Gigabyte pro Woche über das Internet verschicken.
Multicast wurde in den 80er Jahren entwickelt und für den Internet-Traffic sind bereits mehrere Router dafür konfiguriert und dieses wirft natürlich die Frage auf, warum diese Funktion bislang nicht aktiviert wurde.
Vint Cerf, Chairman der Internet Corporation for Assigned Names und Numbers und Senior Vice President of Technology Strategy bei MCI, gilt als einer der "Väter des Internets" und ist Mitentwickler des TCP/IP-Protokolls und der Architektur des Internets. Er beantwortet die berechtigte Frage folgendermaßen:
Beim Einsatz der Multicast-Technologie sind die Internet Service Provider bislang sehr zögerlich, zudem gibt es noch keine Pläne zur Zusammenarbeit bei der Bereitstellung von Multicast. Jedoch ist die Zeit für ein solches Konzept langsam gekommen und es bestünde eine Möglichkeit darin, dass beliebte Inhalte über Satelliten-Netze durch Internet Provider ausgestrahlt werden würden. Nichtsdestotrotz bleibt zu hoffen, dass Multicast sehr bald verfügbar sein wird und das Internet damit zu dem versprochenem Breitbandmedium macht.

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1.1 Mögliche Auswirkungen des Internets in der Zukunft

Einen höchst interessanten Aspekt stellen die Auswirkungen des Internets bis in das Jahr 2020 dar, worüber Cisco weltweit Nobelpreisträger befragt hat. An dieser Studie nahmen 71 Preisträger aus allen Kategorien teil um herauszufinden wie das Zusammenspiel von Internet, Bildung und Innovation in den nächsten 20 Jahren das Leben der Menschheit beeinflussen wird. Das Internet soll - laut den Preisträgern - auch in Zukunft einen aufbauenden Einfluss auf den allgemeinen wirtschaftlichen Wohlstand sowie auf die Verbreitung von Bildung haben.

Im Auftrag von Cisco wurde diese Untersuchung von Princeton Survey Research Associates (PSRA) durchgeführt und fast ein Drittel aller lebenden Nobelpreisträger nahm daran teil. Rob Lloyd, President von Cisco Systems Europa erklärte die Umfrage folgendermaßen: "Die Umfrage gibt uns einen Eindruck davon, wie einige der größten Denker unserer Zeit die Möglichkeiten des Internet einschätzen, die Welt zu verändern."
Zusätzlich betonte Mary McIntosh - Vizepräsidentin bei PSRA - die immense Bedeutung der Umfrageergebnisse, da die meisten der Preisträger ohne Computer oder Internet aufgewachsen sind, das Durchschnittsalter der Befragten beträgt 72 Jahre.

Die Themen Bildung, Innovation und Lebensstandard standen im Zentrum der Umfrage und immerhin 93% der Befragten gehen davon aus, dass die grenzüberschreitende Kommunikation durch das Internet verbessert wird. Demzufolge werden etliche Barrieren fallen, welche leider immer noch zwischen Kulturkreisen bestehen und daraus ergäben sich ökonomische Vorteile für die Bevölkerung, besonders für die der Entwicklungsländer - meinen 72% der Befragten.

Die Preisträger sehen folgende Punkte als potenzielle Gefahren durch das Internet:

  • Die Verletzung der Privatsphäre (65 %)
  • Wachsende Entfremdung (51%)
  • Größere politische und wirtschaftliche Ungleichheit (44%)
Jedoch fasst immer noch die Mehrheit der Befragten das Internet als positiv auf und sogar 85% zeigten eine positive Beeinflussung ihrer Arbeit sowie ihres Lebens durch das Internet auf. Zur Kommunikation benutzen immerhin fast 90% der Befragten einen Computer, das Internet und E-Mail und 69% dieser Nutzer gaben eine schnellere Bewältigung ihrer Arbeit dank des Internets an.

Indem virtuelle Klassenzimmer durch das Internet entstehen, erhalten Bildung wie Lernmöglichkeiten eine Verbesserung - die Meinung von 74% der Befragten. Zufolge 82% der Preisträger wird das Internet zu einer Beschleunigung von Innovationen beitragen und den Stand der Wissenschaft erweitern. Jedoch fast alle Befragten (93%) sind sich darin einig, dass das Internet einen verbesserten Zugang zu Informationen und Lehrkörpern sowie Bibliotheken ermöglichen wird.

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© Daniel von der Helm